Skills und Talentmobilität  •  Artikel  •  4 Min.

70 % der Top-Skills 2026 sind Human-Skills

KI-Tools verändern die Art und Weise, wie Mitarbeitende lernen. Bei dem, was sie lernen, liegt der Schwerpunkt jedoch weiterhin auf menschenzentrierten Skills und Fähigkeiten, die KI nicht ersetzen kann. 

KI-Tools sind nahezu für jedes Unternehmen auf breiter Basis zugänglich. Ihre Belegschaft dagegen macht Ihr Unternehmen einzigartig. Es sind die Menschen, durch die sich Ihre Organisation von anderen abhebt. Sie sind der Faktor, der letztlich Ihre Wettbewerbsposition bestimmen wird. Und sie sind klug genug, die Entwicklung ihrer menschlichen Skills verstärkt in Angriff zu nehmen.

Aktuelle Erkenntnisse von Degreed zeigen, auf welche 10 Skills Fachkräfte im Jahr 2026 am meisten hinarbeiten. Das Bemerkenswerte daran: Sieben der Top-10-Skills fallen unter menschenzentrierte oder geschäftlich orientierte Fähigkeiten wie Führungskompetenz und Kommunikation.

Die Top 10 Skills, auf die Fachkräfte 2026 hinarbeiten

Basierend auf den 2025 in Degreed erstellten Lernpfaden konzentrieren Fachkräfte ihre Weiterbildung für das Jahr 2026 auf die folgenden Top-10-Skills:*

  1. Führungskompetenz
  2. Kommunikation
  3. Projektmanagement
  4. Problemlösung
  5. Kundenservice
  6. Microsoft Excel
  7. Datenanalyse
  8. Python
  9. Anpassungsfähigkeit
  10. Stakeholder-Management

Der Liste ist klar zu entnehmen, dass die Entwicklung technischer Skills auch weiterhin unerlässlich bleibt. Die Bedeutung von Datenanalysen und Python nimmt stetig zu. 

Die meisten Punkte auf dieser Liste deuten jedoch auf etwas Grundlegenderes hin: Im Zuge voranschreitender Automatisierung nimmt der Wert von Urteilsvermögen, Koordination und Einflussnahme zu. Genau die Skills also, über die Wettbewerber nicht automatisch verfügen, nur weil sie ChatGPT nutzen.

Dem lässt sich eine weitere wichtige Erkenntnis hinzufügen: KI kann nicht jede Aufgabe übernehmen. Unterstrichen wird dies vom Weltwirtschaftsforum, dem zufolge das Potenzial für die KI-Transformation von „Aufgaben, die mit Empathie, Kreativität, Führungskompetenz und Neugierde in Zusammenhang stehen“ nur bei 13 Prozent liegt. Diese Aufgaben sind zu stark von menschlicher Urteilsfähigkeit und Erfahrung abhängig, als dass sie automatisiert werden könnten.

Mit dem technologischen Fortschritt gehen zunehmende Komplexität und beschleunigte Veränderung einher. Komplexität verlangt von Mitarbeitenden Human- oder Soft-Skills und dazugehörige Fähigkeiten, um einerseits den Wert von Technologie zu verstärken und andererseits anpassungsfähig und agil gegenüber den Veränderungen zu bleiben, die Technologie mit sich bringt. Diese Skills tragen dazu bei, dass aus Investitionen in KI nachhaltige Leistung entstehen kann. Oder anders ausgedrückt: Welches Chaos und Stresspotenzial würde sich einstellen, wenn Ihr Unternehmen seine KI-Transformation ohne ein gutes Maß an Führungskompetenz, Kommunikation, Problemlösung und Stakeholder-Management vollziehen müsste?

KI-Kompetenz gilt zunehmend als Maßgabe für die Bereitschaft von Mitarbeitenden

Auch wenn Human-Skills für nachhaltiges Wachstum und Resilienz zentral sind, wird die Einführung von KI in Unternehmen nicht langsamer voranschreiten. KI-Transformation ist längst nicht mehr nur Option, doch allzu oft scheitert sie auf der menschlichen Ebene. Denn Mitarbeitende müssen dazu in der Lage sein, KI-Tools erfolgreich und produktiv zu nutzen. Anderenfalls gerät die Transformation ins Stocken.

Alles steht und fällt also mit der Bereitschaft der Mitarbeitenden, und so gilt KI-Kompetenz bei Personalverantwortlichen inzwischen auch als unverzichtbares Einstellungskriterium: Mehr als die Hälfte der Personalverantwortlichen gibt an, keine Stellen an Bewerber:innen ohne Skills mit Bezug auf KI-Kompetenz zu vergeben. Die Erwartung ist klar: Mitarbeitende müssen verstehen, wie KI funktioniert, wo sie Mehrwert bringt und wie sie in Verbindung mit menschlicher Expertise verantwortungsvoll genutzt werden kann. Nun bieten Neueinstellungen zwar eine Möglichkeit, neue KI-Skills ins Unternehmen zu holen – diese Skills über den Arbeitsmarkt zu beziehen, greift als Lösung des Problems aber zu kurz. Auf lange Sicht werden Sie mit Upskilling-Initiativen für Ihre bestehende Belegschaft sicherer fahren, da Sie dadurch auch mit unvorhergesehenen Veränderungen Schritt halten können.

Angesichts der elementaren Bedeutung von KI-Kompetenz gilt es umso mehr, entsprechende Fähigkeiten fortlaufend auf dem neuesten Stand zu halten. Die Halbwertszeit von Skills rund um KI und andere digitale Technologien beträgt nur rund 2 Jahre. Damit sind sie beinahe doppelt so schnell veraltet wie herkömmliche Skills.

Am wertvollsten ist KI-Kompetenz für Unternehmen, wenn sie mit Skills wie Führungskompetenz, Kommunikation und Problemlösung kombiniert wird. Denn damit kann der Erfolg von Transformationsinitiativen auch langfristig gesichert werden. Vorausschauende Berufstätige erkennen dies und entwickeln sich daher in beide Richtungen weiter.

Gefragte Skills nach Branchen

Die oben genannten Top-10-Skills sind ein aufsummiertes Ergebnis aus generalisierten Daten aller Unternehmen. Je nach Branche sind die Anforderungen an wichtige neue Skills jedoch unterschiedlich gelagert. So zeigt sich ein gemischtes Bild, welche Human- und Technologie-Skills in welcher Branche hoch im Kurs stehen. 

Nachfolgend ein Blick auf einige der Skilltrends in Schlüsselbranchen, die sich aus unseren Daten ergeben:

Was alle Branchen gleichermaßen kennzeichnet, ist der Bedarf für eine Kombination aus Human- und KI- oder technologiebezogenen Skills. Bestimmend für den Unternehmenserfolg ist also die kombinierte Stärke aus beiden Qualifikationen.

Mit dem Verbund aus Human-Skills und KI-Kompetenz zu strategischen Vorteilen

In jeder Branche lässt sich durch technische Kompetenz Effizienz erreichen. Echte Wirkkraft entsteht hingegen erst durch menschliche Kompetenz. KI-Systeme können Empfehlungen generieren. Doch erst durch Anleitung kompetenter Führungspersönlichkeiten werden Teams auch in der Lage sein, sie korrekt zu interpretieren und mit ihnen Innovation zu gestalten und umzusetzen. KI mag in der Lage sein, gewaltige Datenmengen zu verarbeiten. Was mit den Ergebnissen zu tun ist, müssen jedoch die Teams entscheiden. 

Führende Unternehmen konzentrieren sich auf die Stärkung beider Aspekte. Allein mit einer schnelleren Einführung von KI-Tools ist es noch nicht getan. Was Ihr Unternehmen benötigt, sind erfahrene und kompetente Mitarbeitende, die Ihre KI-Transformation von Anfang an begleiten und den Wandel kontinuierlich mitgestalten.

* Grundlage für die Ermittlung der Top-Skills bildet die Anzahl der Lernpfade, die 2025 speziell für diese Skills auf der Degreed-Plattform erstellt wurden.

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