KI und Innovation im Bereich Lernen    •  Artikel  •  4 Min.

Von Kursen zu Konversationen: Die Zusammenarbeit von Mensch und KI beim Lernen

In puncto Geschäftsstrategie ist KI längst nicht mehr eine Randerscheinung, sondern vielmehr ihr zentraler Bestandteil. Noch vor wenigen Jahren fand das Thema bei gerade einmal 10 % der Aktionärskonferenzen zu Unternehmensergebnissen Erwähnung, heute dagegen bei nahezu 100 %. Im Zuge von KI verändert sich unsere Arbeitsweise grundlegend. Ebenso, worauf wir unsere Anstrengungen konzentrieren und wie wir unsere Wachstums- und Innovationsstrategien gestalten.

Tiefgreifende Veränderungen bewirkt KI aber auch darin, wie Menschen am Arbeitsplatz lernen

Umso drängender ist es, menschliche Entwicklung daran anzupassen – eine Herausforderung und Chance gleichermaßen. Lernprogramme auf Grundlage klassischer Kurse und statischer Inhaltsbibliotheken reichen heute nicht mehr aus. Sie können nicht damit Schritt halten, wie schnell sich Skillbedarfe verändern. Genauso wenig sind sie ausreichend personalisiert, um die kontinuierliche Weiterentwicklung der Mitarbeitenden so zu unterstützen, dass sie in ihren Rollen relevant und agil bleiben können.

Genau dabei kann KI Abhilfe schaffen. Mit ihr lässt sich Upskilling dynamischer, interaktiver und somit auch effektiver gestalten. Etwa, indem sie sofortiges Feedback gibt, was es ermöglicht, schwierige Gespräche durchzuspielen oder Präsentationen zu üben. 

Wie Interaktionen zwischen Mensch und KI das Lernen verändern und wie sich die damit einhergehenden Chancen sowohl für Unternehmen als auch Mitarbeitende nutzen lassen, beleuchten wir im Folgenden.

KI dringt in bislang ausschließlich menschlich geprägte Interaktionen vor

Eine der bedeutsamsten Entwicklungen besteht im Wandel rein menschlich geprägter Interaktionen in Richtung der Zusammenarbeit von Mensch und KI: Aktivitäten, für die bislang der Austausch zwischen Kolleg:innen oder mit Mentor:innen nötig war – darunter Coaching, Rollenspiele und Simulationen –, werden nun durch KI-Fähigkeiten ergänzt.

Feedback- und Coaching-Sessions sowie Rollenspiele ließen sich nur schwer auf regelmäßiger Basis umsetzen, als dies nur unter Beteiligung von Menschen möglich war. Schließlich hat ein Tag nur eine begrenzte Anzahl an Stunden, Termine können sich überschneiden und mitunter konkurrieren Aufgaben miteinander. Vorgesetzte und Kolleg:innen können sich nicht immer die Zeit nehmen, ein Teammitglied zu unterstützen, wenn es eine wichtige Präsentation noch ein drittes Mal durchgehen möchte – auch wenn dies vielleicht dringend erforderlich ist. 

Nicole Helmer, Chief Product Officer bei Degreed, beschrieb die Situation in einem Webinar vor kurzem wie folgt: „Bislang erfolgten Interaktionen dieser Art ausschließlich zwischen Menschen. Jetzt sind daraus Mensch-KI-Interaktionen geworden – und daraus ergibt sich ein gewaltiges Potenzial angesichts der Skalierbarkeit und Personalisierung, die diese KI-gestützten Erlebnisse ermöglichen.“

Durch diese neuartigen Mensch-KI-Interaktionen werden zwischenmenschliche Verbindung jedoch nicht ersetzt, sondern die Möglichkeiten erweitert, Lernen effektiver zu gestalten und Skills schneller zu entwickeln. So helfen Sie tatsächlich dabei, menschliches Potenzial noch besser zu entfalten. Denn Vorgesetzte müssen nun nicht mehr jedes Einzelcoaching selbst durchführen, sondern können zur Weiterbildung ihrer Teams KI zur Hilfe nehmen

https://youtu.be/SgkYRHsARqk

Bedarf für persönliche Einzelgespräche wird es immer geben. Doch nun können sie gezielter und bewusster genutzt werden, da es mithilfe von KI-Tools möglich ist, kontinuierlich interaktives Coaching und Feedback bereitzustellen.

Mensch-KI-Lernen als ständiger Begleiter

Auf dem Weg zur Verknüpfung von KI, Lernen und menschlicher Intelligenz ist es besonders spannend, wie Technologie dazu beiträgt, Wissen im Arbeitsalltag zugänglicher zu machen. Degreed formalisiert die Fähigkeiten des Modellkontext-Protokolls (MCP), die es ermöglichen, Lerninhalte und -empfehlungen über unternehmensweite KI-Agenten verfügbar zu machen. Wissen wird dadurch über verschiedene Plattformen und Tools jederzeit und genau dann für Lernende abrufbar, wenn sie es benötigen.

Ganz ähnlich wie Google Maps in der Lage ist, relevante Wegbeschreibungen zu liefern, weil es Ihren aktuellen Standort kennt, können MCP-fähige Systeme den Kontext Ihrer Arbeit und Ihres Wissensstands nachvollziehen und auf dieser Grundlage passende Lernempfehlungen geben. So entsteht eine nahtlose Verbindung zwischen Arbeit und Lernen, die bislang bestehende Hürden zwischen beiden beseitigt.

„Wir möchten in der Lage sein, genau dort, wo sich das Arbeitsleben der Menschen jetzt abspielt, jedem und jeder Einzelnen die richtigen Anstöße, die richtigen Suchmöglichkeiten und den richtigen Lerneinstieg zu bieten“, so Helmer darüber, wie wir Lernen in den Arbeitsalltag einbinden.

Den Fokus auf menschliche Fähigkeiten verstärken

Ob für Informationen, Strategieentscheidungen oder Ratschläge – der Annahme, dass sich die Belegschaft für all dies ganz auf KI verlassen könne, verfällt man nur allzu leicht. Führungskräfte müssen dies erkennen und vermeiden – und es auch den Mitarbeitenden vermitteln. 

Menschliche Kompetenz verliert in einer KI-gestützten Arbeitswelt nicht an Wert, sondern wird sogar noch wertvoller. Dies gilt jedoch nur, wenn KI nicht lediglich als Werkzeug für einen schnellen und einfachen Zugang zu Informationen betrachtet wird. Helmer dazu: „Es gilt, Menschen darin zu schulen, zu denken, statt nur Antworten abzurufen.“

Worauf die KI-Transformation wirklich abzielt, ist weitaus komplexer. Es geht darum, Menschen in ihren Kompetenzen zu ergänzen und zu befähigen, ihre Fähigkeiten auszubauen und die Grenzen des Möglichen zu erweitern. 

Urteilsvermögen, Anpassungsfähigkeit, kritisches Denken, der Umgang mit Mehrdeutigkeit – diese Fähigkeiten werden von KI-Tools weder generiert, noch können sie sie ersetzen. Keine Maschine kann diese sogenannten „Human-Skills“ abbilden, die sich durch gezielte Übung und Weiterentwicklung sukzessive aufbauen. Das wissen auch die Mitarbeitenden. Wie aus Daten von Degreed hervorgeht, fallen sieben der zehn im Jahr  2026 gefragtesten Skills unter Human-Skills wie Führungskompetenz, Kommunikation und Problemlösung. Das macht deutlich, dass Mitarbeitende und Führungskräfte gleichermaßen in die Entwicklung sowohl ihrer KI- als auch ihrer Human-Skills investieren und wissen, wie unerlässlich beide sind. 

Menschliche Entwicklung dynamischer und effektiver gestalten

Statische Kurse und etappenweise Entwicklungsprogramme können den heutigen Anforderungen von Mitarbeitenden nicht mehr gerecht werden. Dafür treiben technologische Entwicklungen den Wandel schlichtweg zu schnell voran. Die Zusammenarbeit von Mensch und KI beim Lernen bietet ein neues Modell:

In diesem Umfeld werden nicht die Unternehmen mit den meisten KI-Tools erfolgreich sein, sondern diejenigen, die KI nutzen, um Menschen effektiver und so schnell wie nötig weiterzuentwickeln.

Um mehr darüber zu erfahren, wie Sie diese Zusammenarbeit von Mensch und KI beim Lernen gestalten, sehen Sie sich die vollständige Webinar-Reihe Degreed in Action an. 

Teilen

Unser heißer Draht zu Ihnen.

Exklusive Einblicke, Infos zu bevorstehenden Veranstaltungen, Updates zu Degreed-Lösungen – das alles erwartet Sie in unserem monatlichen Newsletter.