

L&D-Teams stehen unter extremem Druck, KI-Lösungen einzuführen und die Nutzung von KI zu fördern. Nicht selten macht dies auch einen neuen Anbieter für ihren Tech-Stack erforderlich. Der Druck, möglichst schnell „etwas mit KI zu machen“ – häufig initiiert durch die Unternehmensleitung –, kann jedoch selbst durchdachte Auswahl- und Beschaffungsprozesse untergraben. So wird aus einer strategischen Investition leicht eine kostspielige Fehlentscheidung.
Die Einführung einer neuen Plattform oder eines neuen Tools kann äußerst spannend sein. Anfangs erscheinen die Möglichkeiten schier grenzenlos – insbesondere, wenn es eine bedeutende geschäftliche Herausforderung zu meistern gilt, mit der man schon seit Langem zu kämpfen hatte. Wer aber mit den Abläufen rund um die Beschaffung von Tech-Anbietern vertraut ist, weiß, wie mühsam sie sich gestalten kann – und dass Fehler zu hohen Kosten führen können.
In vielen Unternehmen nimmt der Einsatz von KI-Lösungen enorm zu. Zugleich rückt auch der Auswahlprozess immer stärker in den Fokus. Ein strukturierter Evaluierungsprozess, der einer Prüfung durch HR, IT, Finance und die Unternehmensleitung standhält, ist daher wichtiger als je zuvor. Für L&D-Verantwortliche gilt es, die gegensätzlichen Prioritäten dieser Stakeholder unter einen Hut zu bringen. Dabei versäumen sie es jedoch nicht selten, für den Auswahl- und Demoprozess entscheidende Kriterien zu berücksichtigen.
Fehlt es an der Abstimmung mit diesen Kriterien, gerät der Prozess im besten Fall ins Stocken. Im schlimmsten Fall tun sich nach der Einführung erhebliche Probleme bei der Umsetzung auf. Capterra zufolge betrachten 60 % der Software-Käufer:innen ihre jüngsten Tech-Anschaffungen als Fehlentscheidung. In den meisten Fällen liegt die Ursache darin, dass es an der Abstimmung hinsichtlich der Prioritäten fehlte, Evaluierungsschritte ausgelassen wurden oder die Einführung übereilt erfolgte, ohne die passenden Kriterien zu berücksichtigen.
Vor diesem Hintergrund stehen L&D-Verantwortliche unter größerem Druck als je zuvor, bei Anbietern für KI-gestütztes Lernen die ideale Wahl zu treffen. Die Technologien dieser Anbieter entwickeln sich in rasantem Tempo weiter – ebenso wie die Anforderungen an die Kompetenzen von Mitarbeitenden. Bevor Sie auch nur einen Demo-Termin vereinbaren, ist es daher umso wichtiger, dass Sie zunächst einmal definieren, was genau Sie benötigen.
Die Anbieterlandschaft im Bereich des KI-gestützten Lernens ist unübersichtlich und von stetiger Veränderung geprägt. So stoßen Sie auf Plattformen mit beeindruckenden Funktionen – angefangen bei einer dynamischen Inhaltsgenerierung über Coaching-Simulationen in Echtzeit bis hin zu KI-gestützten Skillbewertungen, um nur einige Beispiele zu nennen.
Die Möglichkeiten können jedoch leicht vom Wesentlichen ablenken. Schließlich geht es nicht um die Frage, wozu die Plattform fähig ist, sondern was Ihr Unternehmen tatsächlich benötigt. Noch bevor es überhaupt an einen Termin mit einem Anbieter geht, ist daher ein Schritt für die Evaluierung entscheidend: die Definition Ihrer Erfolgskriterien.
Eine Checkliste für die Anbieterauswahl sorgt dabei für die nötige Disziplin. Mit ihr werden die Ziele Ihres Unternehmens (z. B. das Schließen von Skill-Lücken, die Entwicklung von KI-Kompetenzen, die Förderung interner Mobilität und die Verknüpfung von Lernaktivitäten mit geschäftlichen Ergebnissen) in konkrete, messbare Anforderungen überführt. Zugleich sorgt sie dafür, dass alle Stakeholder bei der Evaluierung die gleiche Sprache sprechen. Andernfalls würden sie eine Demo von ein und demselben Anbieter jeweils aus vollkommen unterschiedlichen Blickwinkeln bewerten.
Bei der Evaluierung von KI-Lernlösungen ist es entscheidend, für fünf Bereiche klare Kriterien zu bestimmen, bevor Sie ins Gespräch mit einem Anbieter gehen.
Diese bilden meist den Ausgangspunkt jeder Evaluierung – und das aus gutem Grund Auch wenn Ihre individuellen Anforderungen womöglich etwas anders gelagert sind, gibt es eine Reihe unerlässlicher Funktionen, die jeder ernsthafte Anbieter von KI-Lerntechnologie vorweisen können sollte:
Dies sind die Grundvoraussetzungen für modernes KI-gestütztes Lernen. Kann ein Anbieter auch nur eine davon nicht erfüllen, hinkt er bereits hinterher.
Hier zeigt sich, ob die Kernfunktionen ihren Wert unter Beweis stellen können oder sich als bloße „Feature-Show“ entpuppen. Die Plattform, die zu Ihnen passt, sollte nachweislich Ihre wichtigsten geschäftlichen Anforderungen erfüllen. Daran gibt es nichts zu rütteln! Von Ihrem KI-Lernanbieter sollten Sie erwarten können, dass er eine skillbasierte Talententwicklung und -mobilität ebenso unterstützt wie die Verknüpfung von Lernaktivitäten direkt mit der Personalplanung. Gleiches gilt für datengestützte Entscheidungen auf Grundlage von Skills und Fähigkeiten. Kann ein Anbieter diese geschäftlichen Ergebnisse nicht überzeugend belegen, sollte er bei Ihrer Evaluierung durchfallen – ganz gleich, wie beeindruckend seine KI-Funktionen auch sein mögen. Eindrucksvolle Demos können keine Kompetenzlücken schließen.
Dieser Aspekt ist nicht verhandelbar, wird jedoch oft unterschätzt, bis es zu spät ist – nämlich dann, wenn der Erfolg oder Misserfolg Ihres Technologiekaufs bereits besiegelt ist. Selbst die weltbeste KI-Lernplattform verfehlt ihr Ziel, wenn sie sich nicht in Ihr bestehendes Technologie-Ökosystem (z. B. HRIS, LMS und vorhandene Inhaltsbibliotheken) einbinden lässt. Nicht weniger wichtig ist dabei, dass sie keine bestehenden Systeme oder Funktionen dupliziert und keine neuen Silos schafft. Evaluieren Sie, wie gut sich die einzelnen Anbieter in der Praxis – und nicht nur auf dem Papier – in Ihren bestehenden Tech-Stack einpassen lassen.
Support bei der Implementierung und ein engagiertes Customer-Success-Team tragen wesentlich zur Minimierung von Risiken bei. Der Anbieter Ihrer Wahl sollte Belege für Erfolge seiner Kunden vorweisen können, Beratungsleistungen für komplexe Initiativen wie Skillstrategien und Veränderungsmanagement bieten und über Referenzen von Unternehmen verfügen, die in Größe und Komplexität Ihrem eigenen ähneln. Ist all dies nicht gegeben, kaufen Sie sich ein Problem ein – und keine Plattform.
KI-Fähigkeiten entwickeln sich in rasantem Tempo weiter. So könnte eine Plattform, die heute noch zu Ihren Anforderungen passt, schon in zwölf Monaten deutlich hinterherhinken. Achten Sie bei Ihrer Evaluierung auf die Transparenz der Roadmap, das Engagement des Anbieters für verantwortungsvolle und ethische KI sowie seine Erfolgsbilanz bei der Einführung bedeutender Innovationen, die über die üblichen Produktankündigungen hinausgehen. Wie experimentiert der Anbieter mit neuen Funktionen? Wie sicher ist die Plattform auch im großen Maßstab? Sicherheit auf Enterprise-Niveau ist unerlässlich, insbesondere angesichts der fortschreitenden Entwicklung von KI.
Eine umfassende Liste der Funktionen und Leistungsmerkmale, die für Ihre Evaluierung unerlässlich sind, erhalten Sie in unserem Business-Case-Toolkit für L&D-Führungskräfte.

Eine Checkliste für Funktionen hilft Ihnen dabei, die Anbieter für die engere Auswahl zu bestimmen. Doch erst bei der Demo stellt sich heraus, welche Anbieter nur über Funktionen sprechen und welche in der Lage sind, diese tatsächlich vorzuweisen.
Bereiten Sie Fragen vor, die über die üblichen Sales-Pitches hinausgehen. Im Folgenden finden Sie einige Beispielfragen, um wichtige Themen anzusprechen.
Stellen Sie in puncto KI und Personalisierung diese Frage:
Wenn es um Skill-Intelligence geht, ist diese Frage wichtig:
Im Hinblick auf die strategische Unterstützung sollten Sie diese Frage stellen:
Die Antworten auf diese und viele weitere Fragen zu Demos von KI-Lerntechnologien liefern Ihnen alle notwendigen Informationen dazu, wie der Anbieter nach Vertragsunterzeichnung mit Ihnen zusammenarbeiten wird.
Eine gute Anbieterevaluierung leistet mehr, als nur die richtige Lösung zu finden. Sie gewährleistet eine unternehmensweite Abstimmung hinsichtlich der Erfolgskriterien, schafft ein gemeinsames Verantwortungsbewusstsein für die Entscheidung und liefert Ihnen die Daten, die Sie für die Entwicklung eines überzeugenden Business Case benötigen, der auf Ihr Unternehmen zugeschnitten ist – und nicht auf irgendein anderes.
Wer nach einer Technologieanschaffung ruhig schläft, hat den Auswahlprozess mit der nötigen Sorgfalt durchlaufen: mit einer klaren Checkliste, den richtigen Fragen und einer gemeinsamen Definition dessen, was „gut“ ist.
Laden Sie unser Business-Case-Toolkit für L&D-Führungskräfte herunter, um die vollständige Checkliste für die Anbieterauswahl, den Fragebogen zu Demos und alles Weitere zu erhalten, was Sie für eine fundierte, belastbare Entscheidung benötigen – von der Abstimmung mit Stakeholdern bis zur Validierung im Pilotprojekt.
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