Skills und Talentmobilität  •  Artikel  •  11 Min.

Bildungsakademien: Alles, was Sie wissen müssen

Nach Ansicht von L&D-Vordenker Josh Bersin sind Bildungsakademien der „nächste große Entwicklungsschritt im Bereich Corporate Learning“. Der Grund dafür? Akademien versprechen eine Lösung, um die immer größer werdende Skill-Lücke zu bewältigen und zu schließen.

Für L&D- und HR-Verantwortliche, denen der Fachkräftemangel Kopfzerbrechen bereitet – also im Grunde genommen alle –, lohnt sich also ein genauerer Blick auf Akademien und darauf, wie sich Skill-Lücken mit ihnen schließen lassen.

Ganz gleich, ob Sie bereits eine eigene Akademie entwickeln oder nur aus Gesprächen ihrer Fachkolleginnen und -kollegen etwas darüber gehört haben – in diesem Artikel erfahren Sie alles, was Sie über kohortenbasierte Talententwicklung wissen müssen. Dazu gehören sowohl die Grundlagen, also etwa Definitionen und Anwendungsfälle, als auch praktische Tipps dazu, wie Sie Ihre eigenen internen Akademien aufbauen oder verbessern können.

Inhalt

Was sind Lernakademien?

Eine Bildungsakademie ist eine kollaborative Lernumgebung, in der Mitarbeitende fundierte Skills entwickeln, die auf die Anforderungen des Unternehmens abgestimmt sind.

Gut möglich, dass Sie von Bildungsakademien schon einmal gehört haben. Das Konzept rückte vor einigen Jahren in den Fokus von HR- und L&D-Verantwortlichen, als Bersin mit dem Begriff „einen aufkommenden Zeitgeist im Bereich der betrieblichen Weiterbildung und Personalentwicklung“ beschrieb.

Definition des Begriffs „Bildungsakademie“

Das zugrunde liegende Konzept ist sicherlich nichts Neues. Die „neue Generation von Plattformen“, mit denen es am Markt für Lerntechnologie umgesetzt wird, dagegen schon. Tatsächlich sind diese Plattformen so neu, dass sich selbst die Bezeichnung „Bildungsakademien“ noch nicht vollständig etabliert hat. Der Begriff „Akademien“ bleibt dabei konstant, doch je nach Quelle findet sich davor eine andere Bezeichnung: „Bildungsakademien“, „Kompetenzakademie“, „Schulungsakademie“, „Skillakademie“ oder „Talentakademie“. Ungeachtet dieser begrifflichen Abweichungen bleibt das Kernkonzept – ein Ort zur kollaborativen Entwicklung von Skills im Einklang mit geschäftlichen Anforderungen – stets das Gleiche.

So viel zur Nomenklatur. Spannender ist aber, weshalb Akademien so ungemein wichtig sind.

Welche kritischen Probleme sind mit Bildungsakademien lösbar?

Lassen Sie sich von der einfachen Definition einer Bildungsakademie nicht täuschen: ein kollaborativer Ort, an dem Mitarbeitende fundierte Skills entwickeln, die auf die Anforderungen des Unternehmens abgestimmt sind. Diese Definition verändert den Markt für Lerntechnologie grundlegend, weil sie zwei zentrale Probleme adressiert:

Beides bereitet L&D-Verantwortlichen schon seit Jahren Kopfzerbrechen. Umso erfreulicher also, dass der Markt für Lerntechnologie dafür nun eine vielversprechende Lösung bietet.

Die zentralen Probleme, die Bildungsakademien lösen

Problem Nr. 1: Die immer größer werdende Skill-Lücke und der Fachkräftemangel.

Schon 2020 – und damit noch vor den Umwälzungen durch generative KI – prognostizierte das Weltwirtschaftsforum, dass der unaufhaltsame technische Fortschritt bis 2025 85 Millionen Arbeitsplätze verdrängen, 97 Millionen Arbeitsplätze schaffen und die Hälfte aller Beschäftigten dazu zwingen würde, sich neue Skills anzueignen bzw. sich umzuschulen.

Untersuchungen von McKinsey & Company bestätigen, dass sich 87 % der Unternehmen bereits mit dem prognostizierten Fachkräftemangel konfrontiert sehen. Doch der Skill-Engpass besteht fort, obwohl Führungskräfte intensiv daran arbeiten, die Skill-Lücke zu schließen. Deutlich wird dies an den immensen Beträgen, die dafür in den vergangenen zehn Jahren ausgegeben wurden.

Hatten Unternehmen im Jahr 2010 weltweit noch 271 Milliarden US-Dollar in Schulungen investiert, nahmen diese Ausgaben im Verlauf von zehn Jahren um 37 % zu. Dies geht aus Erhebungen von Training Industry hervor, denen zufolge sich die weltweiten Ausgaben für Schulungs- und Lernprogramme im Jahr 2020 auf nicht weniger als 357 Milliarden US-Dollar beliefen. Allein in den USA überschritten die Schulungsausgaben 2021–2022 die Marke von 100 Milliarden US-Dollar.

Und was haben diese immensen Ausgaben den Unternehmen gebracht? Tatsächlich nicht viel. Trotz der investierten Milliardenbeträge nimmt der Anteil der CEOs, die sich um Lücken in den Skill-Sets ihrer Mitarbeitenden sorgen, stetig zu: Dieser Anteil stieg sogar schneller als die Unternehmensausgaben: Waren es im Jahr 2012 noch 53 %, lag der Anteil im Jahr 2019 bereits bei 79 %. (Wie hoch dieser Wert seit dem Vormarsch von generativer KI ausfällt, darüber kann man wohl nur spekulieren.)

Klar ist, dass Unternehmen mit den Lernlösungen, in die sie in den vergangenen zehn Jahren Milliarden investiert haben, ihre Skill-Lücken nicht schließen konnten. Doch verlieren Sie nicht den Mut – inzwischen gibt es eine praktikable Lösung, um den Fachkräftepool Ihres Unternehmens dauerhaft zu sichern.

Lösung: So sichern Akademien Ihren Fachkräftepool dauerhaft

Akademien erweisen sich bereits seit Langem als Erfolgskonzept für die interne Talententwicklung. Ein prominentes Beispiel ist General Electric: Nachdem Reginald Jones in den 1950er-Jahren seine Skills in der unternehmenseigenen Akademie entwickelt hatte, wurde er später CEO von GE.

Auch Bersin unterstreicht den Wert einer klassischen Akademie, die er in den 1980er Jahren bei IBM absolvierte:

„Wir hatten eine Vertriebsakademie, die ihresgleichen suchte. In den Jahren, die ich dort mit Vertriebsschulungen verbrachte, habe ich mehr über Kunden, Vertriebsverfahren und Produkte gelernt als jemals zuvor in meinem Leben. (Mein Sohn hat gerade ein Jahr in der Vertriebsakademie von SAP verbracht, was ihm den Start in eine unglaubliche Karriere ermöglicht hat.)“

Josh Bersin

Beispiele aus der Vergangenheit zeigen also, dass Bildungsakademien erfolgversprechend sind. Die Akademien von General Electric und IBM waren zwar physische Einrichtungen, doch heute können Unternehmen dieselben Prinzipien mithilfe moderner Technologien zur Talententwicklung nutzen. Und dies durchaus erfolgreich, wie Bersin am Beispiel folgender Varianten moderner Akademien herausstellt:

Problem Nr. 2: Unzureichende Abstimmung zwischen L&D und Geschäftszielen

Zur wachsenden Problematik lückenhafter Skill-Sets kommt hinzu, dass es HR- und L&D-Verantwortlichen nur schwer gelingt, Lerninitiativen klar auf Unternehmensziele auszurichten. Von Podcasts über Konferenzen bis hin zu Büchern und Bootcamps ist die Auswahl an Lernoptionen schier unendlich. Dadurch kann es aber auch umso leichter dazu kommen, dass sich Mitarbeitende zwar in guter Absicht weiterbilden möchten, ihre Lernbudgets aber in Skills investieren, die nicht zu den Anforderungen des Unternehmens passen.

Beispielsweise erhalten Mitarbeitende, die eine der vielen Plattformen für selbstbestimmtes Lernen nutzen, bei ihren Lernentscheidungen oft nur begrenzte oder gar keine Anleitung durch die Führungsebene. In einem Artikel für Training Industry zum Thema Bildungsakademienstellt Yael Gilbo Kaufmann, Mitgründerin von Learn In, fest: „Selbstbestimmtes Lernen lässt Mitarbeitende mit zu vielen Fragen zurück: ‚Wäre ich für mein Unternehmen wertvoller, wenn ich diesen Artikel lese oder dieses Video über digitale Analytik ansehe?‘“

Wie sehr hapert es in puncto Abstimmung tatsächlich? Aufschluss darüber gibt die Learning Strategy Study 2020 der Brandon Hall Group: Von den dafür befragten Unternehmen bestätigten mit 87 % nahezu alle die Notwendigkeit, Lernen und Ziele aufeinander abzustimmen, doch gerade einmal 13 % gaben an, dazu in der Lage zu sein. Ein Ergebnis, das eindeutiger nicht ausfallen könnte.

Die logische Schlussfolgerung: Bevor Unternehmen in Upskilling investieren, benötigen sie eine Lösung, die Lernziele wieder mit ihren geschäftlichen Zielen in Einklang bringt.

Lösung: So machen Akademien Lernen im Einklang mit Geschäftszielen möglich

Um Upskilling-Initiativen auf Unternehmensziele abzustimmen, bedarf es Akademien als Bindeglied zwischen Lernplattformen, Daten und den relevanten Personen und Bereichen im Unternehmen (z. B. andere Abteilungen, Führungskräfte, Manager:innen und Mitarbeitende).

In den USA ist die Unternehmensakademie eine traditionsreiche Institution des 20. Jahrhunderts: Ihre Anfänge reichen bis in die Mitte der 1950er-Jahre zurück, als Ralph Cordiner, damals Präsident von General Electric, ein Grundstück erwarb, um eine Hochschule zur Ausbildung von Führungskräften zu gründen. Nicht zuletzt aufgrund der hohen Kosten für den Bau und Betrieb solcher Akademien kann man sich vorstellen, wie wichtig es der Führungsebene zur damaligen Zeit war, eine zentrale Rolle bei der Gestaltung von Lehrplänen und Lernzielen zu spielen.

Die modernen Akademien von heute führen diese Tradition fort. Bersin betont, dass Akademien „von einer Führungskraft und nicht von einer L&D-Fachkraft geleitet werden sollten“. Dies könne, so führt er weiter aus, der CIO, der CEO oder auch der CFO sein.

Allein dadurch, dass die Führungsebene die Leitung einer Akademie übernimmt, ist eine klare Ausrichtung jedoch noch nicht gesichert. Moderne Akademien bringen heute Technologien wie Integrationen zum Einsatz, die schnelle und einfache Kommunikation zwischen Softwareprogrammen, den Zugriff auf Skilldaten und die Einbindung sämtlicher Mitarbeitender innerhalb des Unternehmens ermöglichen. Heute kann die Führungsebene einfacher und effektiver denn je fundierte, einzigartige Perspektiven dazu einbringen, welche Skills benötigt werden, und bei der Gestaltung entsprechender Lernpfade mitwirken.

Warum sind Bildungsakademien eine gute Lösung für tiefgehendes Upskilling?

Drei unerlässliche Lernerfahrungen für die Weiterbildung der Belegschaft

Parallel zu den Milliarden, die Unternehmen in den letzten zehn Jahren ausgegeben haben, unternahmen viele Anbieter von herkömmlichen Lernlösungen Anstrengungen, mithilfe ihrer Software einen Weg zum Schließen der Skill-Lücken zu gestalten. Wie bereits erläutert, hat das nicht funktioniert. Doch warum sollten Bildungsakademien hierfür dann Abhilfe schaffen können?

Die Entwickler:innen von Akademien wissen, dass tiefgehendes Upskilling einen anderen, ebenso wichtigen Lernbedarf darstellt als Schulungen oder alltägliches Lernen. Denn dafür sind andere pädagogische Ansätze gefragt. Tiefgehendes Upskilling erfordert eine umfassendere, länger andauernde und intensivere Lernerfahrung. Akademien setzen dafür auf eine Lernmethodik, die das tiefgehende Erlernen wichtiger Skills fördert und dabei unterstützt, diese Skills für den weiteren Karriereweg gezielt zu entwickeln.

Akademien stellen drei Lernstrategien in den Mittelpunkt, die zu einer tiefgehenden Skillentwicklung beitragen:

Die Vorteile von Bildungsakademien

Kollaboratives Lernen

Akademien sind schon naturgemäß kollaborativ. Der Begriff bezeichnet eine Klasse von Lernmethoden, die auf traditionellen Modellen des persönlichen und kollegialen Lernens basieren und häufig in Gruppen oder Kohorten umgesetzt werden. Schließlich gilt Blended Learning seit Langem als eines der effektivsten Lernmodelle für besonders wirkungsvolle Lernthemen. Beim gemeinsamen Lernen mit Kolleg:innen und Fachexpert:innen entsteht eine soziale Dynamik, die für Kontext sorgt, Diskussionen anregt und Coaching sowie Feedback ermöglicht.

In einer Zeit, in der generative KI das Skillumfeld grundlegend verändert, müssen Menschen die Lücken beim tiefergehenden Erlernen komplexerer oder menschenzentrierter Skills wie kritischem Denken, effektiver Entscheidungsfindung, Kommunikation und Problemlösung schließen. Bei der Entwicklung tiefergehender Skills gewinnen also alle, wenn von Mitarbeitenden verlangt wird, zwischenmenschliche und kommunikative Fähigkeiten einzubringen.

Karriereplanung und Skillzuordnung

Akademien nehmen das große Ganze in Angriff. Auf dem Weg zu einem Karriereziel gilt es, ein ganzes Spektrum bestimmter Skills zu erlernen. Ein einziger Skill reicht dafür schlicht nicht aus. Allzu oft vermitteln herkömmliche Lernprogramme aber eben nur einen einzigen Skill. Und wenn sie doch ein breiteres Spektrum an Skills vermitteln, dann nicht unbedingt die passenden für einen zielgenauen Karrierepfad.

Akademien nutzen eine Infrastruktur, die über einen einzelnen Skill hinausgeht und der tatsächlichen Karriereentwicklung Rechnung trägt. Ein gut aufgesetztes Akademieprogramm ermöglicht es den Teilnehmenden, einen Karrierepfad zu bestimmen und anschließend über das Programm die Skills zu ermitteln, die sie benötigen, um dieses Ziel zu erreichen.

Praktische Anwendung und Feedback

Keine Karriere kommt ohne praktische Erfahrung aus. Die meisten herkömmlichen Lösungen konzentrieren sich darauf, den Lernenden Wissen zu vermitteln. Dessen Anwendung lassen sie jedoch außen vor. Dies führt zu einer klassischen Situation wie dieser: Man weiß zwar alles über Ernährungswissenschaft und Krafttraining, hat aber keine praktische Erfahrung. Damit man Expert:in werden und fundierte Skills entwickeln kann, die über das reine Wissen hinausgehen, muss man aber auch selbst regelmäßig ins Fitnessstudio gehen, Gewichte heben und sich gesund ernähren. Sprich: Man muss die jeweiligen Skills üben und perfektionieren.

Um konkrete Skills aufzubauen, bieten Akademien Mitarbeitenden Möglichkeiten, praktische Erfahrungen sowohl in Einzel- als auch in Teamprojekten zu sammeln. Um diese Erfahrung weiter zu vertiefen und zu festigen, integrieren Akademien Coaching, Feedback von Kolleg:innen und Expert:innen sowie Bewertungen.

Wer kann (und sollte) Akademien einrichten?

Sind Sie von Akademien überzeugt und möchten Ihre eigene aufbauen? Dann können Sie sich glücklich schätzen. Die Umsetzung eigener Akademien ist für Unternehmen heute einfacher als je zuvor – unabhängig von ihrer Größe oder Branche.

Zu den Unternehmen, die auf Akademien setzen, gehören die namhaftesten überhaupt – von Google und AT&T bis hin zu Amazon, Microsoft, General Electric und vielen weiteren. Und während sich vor siebzig Jahren nur die finanz- und ressourcenstärksten Unternehmen kostspielige und ressourcenintensive Einrichtungen dieser Art leisten konnten, braucht man heute lediglich die richtige technologische Plattform.

Dank Technologie sind Bildungsakademien für alle Unternehmen zugänglich geworden. Lassen Sie sich also nicht von der Liste der Unternehmen, die Akademien nutzen, einschüchtern – lassen Sie sich davon inspirieren! Sie können (und sollten) Ihre eigenen Akademien aufbauen. Das ist nicht nur erschwinglich, sondern absolut machbar.

Worin liegen die Vorteile interner Akademien?

Dass Ihr Unternehmen stets über einen soliden Fachkräftepool verfügt, ist ungemein wichtig. Die Entwicklung eigener Akademien bietet Ihnen noch weitere Vorteile. Die Vorteile interner Akademien im Einzelnen:

Reduzierung von Kosten

Interne Akademien ermöglichen es Ihnen, Ihre Kosten auf zweierlei Weise zu senken. Erstens sparen Sie durch den Aufbau eigener interner Akademien das Geld, das Sie andernfalls möglicherweise für eine externe Agentur ausgeben würden. Externe Agenturen, die sich auf die Talententwicklung spezialisieren, sind äußerst kostspielig. Dabei können neben der Grundgebühr weitere Kosten dafür anfallen, dass die Agentur ihre Standardinhalte individuell auf Ihre Unternehmensziele zuschneidet.

Hinzu kommt insbesondere auch vor dem Hintergrund des aktuellen Fachkräftemangels, dass Sie mit dem Upskilling Ihrer Mitarbeitenden kostengünstiger fahren als mit Neuanstellungen. Ein Whitepaper von General Assembly zeigt, dass die Einstellung einer Softwarefachkraft auf mittlerer Karrierestufe aufgrund von Vermittlungsgebühren, Werbung und weiteren Einstellungskosten rund 30.000 US-Dollar kosten kann. (Und darin sind die Kosten für die Einarbeitung noch nicht einmal mit eingerechnet.) Dem Whitepaper zufolge können die Kosten für die Schulung und das Reskilling eines internen Mitarbeitenden bei rund 20.000 US-Dollar liegen. Auch wenn der Unterschied zunächst gering erscheinen mag, kann ein Unternehmen dadurch über drei Jahre bis zu 116.000 US-Dollar pro Person einsparen.

Förderung der Mitarbeiterbindung und -motivation

Aus einer Umfrage von PEW geht hervor, dass im Jahr 2021 eine Mehrheit der Arbeitnehmer (63 %) ihren Arbeitsplatz aufgrund geringer Bezahlung oder fehlender Aufstiegsmöglichkeiten gekündigt hat. Viele Lernplattformen werden diese Zahl anführen, um herauszustellen, dass Mitarbeitende großen Wert auf Lernen legen. Bei dieser Zahl geht es jedoch nicht um das Lernen selbst, sondern um die Karriereentwicklung. Und wodurch wird Karriereentwicklung gefördert? Richtig: durch den Erwerb neuer Skills. Mit Akademien für die Skillentwicklung sparen Sie also nicht nur Kosten, sondern stärken auch die Mitarbeiterbindung.

Flexibilität hinsichtlich zukünftiger Skillanforderungen

Das Schließen aktueller Skill-Lücken ist zwar entscheidend, doch diese Lücken werden sich im Laufe der Zeit verändern. „Technologie und KI entwickeln sich in vielerlei Hinsicht schneller als das reale Leben“, erklärt Andy Bird, CEO von Pearson. „Wir haben Mühe, Schritt zu halten. Für uns als Einzelpersonen wie auch als Unternehmen bedeutet das, dass wir uns kontinuierlich neue Skills aneignen und bestehende Skills weiterentwickeln müssen.“

Die Zukunft ist, wie Bird es beschreibt, einfach nicht vorhersehbar. Man kann nicht wissen, welche Skills man in zehn Jahren benötigen wird. Man kann aber sehr wohl wissen, dass man durch kontinuierliches Upskilling und Reskilling am Ball bleiben muss. Akademien können dabei helfen, Lücken in den eigenen Skill-Sets zu erkennen und direkt daran anzusetzen, sie zu schließen. Wenn Sie einmal eine oder zwei Akademien aufgebaut haben, können Sie daraus ein Framework entwickeln, das zu Ihrem Unternehmen passt und es Ihnen ermöglicht, bei Bedarf weitere Akademien hinzuzufügen.

Wie lauten einige grundlegende Tipps für den Aufbau eigener Akademien?

Wie kann es L&D-Verantwortlichen mit begrenzten Ressourcen gelingen, flexible Akademien zur Talententwicklung aufzubauen, die den Anforderungen der Belegschaft gerecht werden? Tatsächlich ist der Aufwand dafür deutlich geringer, als man vielleicht vermuten würde. Hierfür gilt es nur, die richtige Kombination von Ressourcen intelligent einzusetzen. Hier sind einige Schritte, die Ihnen beim Einstieg helfen:

Schritt 1: Herausforderungen mit der passenden Lösung angehen. Fragen Sie sich, ob es bei Ihrem Problem um Lernen, Schulungen oder die Entwicklung von Skills geht. Setzen Sie dann die richtigen Tools ein, um diese kritischen Lernanforderungen zu erfüllen. Die Entwicklung von Skills lässt sich in drei Kernbereiche unterteilen:

Dieses Framework kann Ihnen bei der Abgrenzung Ihrer Anforderungen und dabei helfen, Ihr weiteres Vorgehen zu definieren.

Schritt 2: Zeit für Upskilling einräumen. Der Belegschaft mehr Zeit für ihre Weiterentwicklung zu geben, ist relativ einfach. Nur 34 % der Mitarbeitenden sind bereit, sich in ihrer Freizeit weiterzubilden, während 71 % die Möglichkeit zu bezahltem Upskilling gerne nutzen würden und 64 % bereit wären, sich während der Arbeitszeit weiterzubilden.

Schritt 3: Lernen in Kohorten fördern.Im Rahmen einer Befragung von Randstad gaben mehr als 90 % der Mitarbeitenden und HR-Verantwortlichen an, dass Upskilling-Initiativen mit adäquater Anleitung und Unterstützung effektiver wären. Vom Unternehmen geleitete Kohorten bieten Unterstützung, fördern die Eigenverantwortung und erleichtern bereichsübergreifendes Lernen.


Schritt 4: Das gesamte Unternehmen einbeziehen. Es gilt, die Bedeutung der Talentakademie durch einen Business Case zu stützen. Wenn alle im Unternehmen erkennen, dass Talententwicklung die Wettbewerbsfähigkeit und Marktposition stärkt, wird das Vorhaben auf breiter Basis Unterstützung erhalten.

Noch mehr nützliche Tipps erhalten Sie in unserem Praxisleitfaden zur Entwicklung moderner Akademien, den Sie sich kostenlos herunterladen können.

Ein moderner Weg zu tiefgehendem Upskilling mit präziser geschäftlicher Ausrichtung

Skills sind von einem rasanten Wandel geprägt. Umso wichtiger ist es, dass Sie schnellstmöglich die richtigen Weichen stellen. Mit dem Versuch, die nie dagewesenen Skill-Lücken von heute mit denselben Tools zu schließen, die Sie schon seit zehn Jahren nutzen, verschwenden Sie Ihre Zeit. Sie benötigen eine Lösung, die Ergebnisse liefert. Akademien ermöglichen nicht nur effektives Upskilling, sondern sind auch erschwinglich und richten das Upskilling an den Anforderungen Ihres Unternehmens aus.

Wie Sie dabei vorgehen, spielt keine Rolle. Sie können Ihre Akademie mit Büroklammern, Klebeband und minimalem Budget selbst zusammenbauen oder eine schicke Akademieplattform kaufen – Hauptsache, Sie bauen eine auf.

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